Peter CameronDu wirst schon noch sehen wozu es gut istOriginaltitel: Someday This Pain Will Be Useful to You 251 Seiten, Hardcover, Deutsch Verlag: Knaus (ISBN 978-3-8135-0308-1) von Urs Aeschbacher Es ist der letzte Sommer des 18-jährigen James, bevor er ins College eintritt. Er arbeitet – oder besser gesagt, schlägt die Zeit tot – in der Galerie seiner Mutter und geht freitags mit seinem Vater Mittag essen. Die geschiedenen Eltern gehören zur Upper Class von Manhattan; James’ Vater überlegt sich, eine kosmetische Augenoperation vorzunehmen, und die Mutter lässt sich zum dritten Mal scheiden, nachdem sie von ihrem frischgebackenen Ehemann in Las Vegas um einige Tausend Dollars erleichtert wurde. James möchte mit Gleichaltrigen nichts zu tun haben, und die zwei einzigen Freundschaften pflegt er mit Nanette – seiner Grossmutter – und John Webster, dem schwulen Galeriemanager seiner Mutter. Aber gerade John enttäuscht und verletzt er aufs Tiefste.
Dem Wunsch, nicht aufs College zu gehen, bringen James’ Eltern kein Verständnis entgegen. Um ihm zu helfen, bitten sie ihn, eine Psychotherapie zu machen. Die Gespräche mit Dr. Adler entwickeln sich vielfach zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen dem cleveren James und der stereotypen Therapeutin. In einer Sitzung beschreibt er eine Allegorie des Lebens: The Voyage of Life gemalt von Thomas Cole. Die vier Bilder – Kindheit, Jugend, Erwachsenheit und Alter lassen James den Wunsch formulieren, das Erwachsensein zu überspringen und von der Jugend direkt alt zu werden und zu sterben. Peter Cameron zeichnet das Bild eines verzweifelten Einzelgängers, der mit sich und seinen Mitmenschen nichts anzufangen weiss. Er möchte Gedanken nicht aussprechen, weil er glaubt, dass durch die ungenügende Formulierung des Gedankens dessen Idee zerstört wird. Obwohl James weiss, dass er schwul ist, bleibt die Frage der Sexualität im Hintergrund, und der Leser kann nur Vermutungen anstellen, wieweit James Homosexualität seinen Gemütszustand beeinflusst. |